WEINGUT LINDENHOF

Lange Zeit war der Lindenhof im Zentrum von Osterfingen der grösste Bauernhof im Dorf, bis sich Jakob Richli gänzlich dem Weinbau und der Kelterung widmete. Dank seiner visionären Vorarbeit verfügen wir mit knapp 6 Hektaren über eine Auswahl von Osterfingens interessantesten Lagen und Rebsorten. Im 2018 kamen noch 9 Hektaren Reben in Hallau in unseren Besitz, somit verfügen wir heute über eine breite Vielfalt an Klettgauer Terroir.

TERROIR

Das Rebbaugebiet Klettgau befindet sich am Rande des Mittelands im Regenschatten des Schwarzwald. Für die Schweiz bedeutet das ein aussergewöhnlich mildes Klima mit wenig Niederschlägen. Die Böden im Klettgau sind geprägt durch Kalkgesteine welche im Jura vor Jahrmillionen sedimentierten.

Das abwechslungsreiche Relief des Randen, dem letzten östlichen Juraausläufer wurde anschliessend durch Gletscher und den Rhein geprägt welcher vor 50’000 Jahren durch das Klettgau mäanderte und Lehm, Ton und Schotter hinterliess.

OSTERFINGEN

Am steilen Lättenbuck gedeihen unsere ältesten Pinot Noir Reben. Die Oberböden sind hier dünn man stösst schnell auf Kalkstein, was für eine gute Drainage sorgt. Die Weine zeigen sich mit komplexer Aromatik und mit präsentem, kernigem Gerbstoff der seine Zeit braucht sich zu entwickeln.

Der Vorderberg besitzt mit Stigli und Spliess die Sonnenlagen mit leichten steinigen Böden. Hier wachsen 7 verschiedene Pinotklone aus Schweizer und deutschen Selektionen. Jeder hat seinen eigenen Charakter, zusammen bilden sie die komplexe Aromatik des Pinot Lindenrot. Durch dezenten Ausbau im gebrauchten Holz get es hier um die aromatische Vielfalt des Pinot Noir.

Weiter unten in den Lagen Einschlag und Lätten wurden über die Zeit mehr Lehm und Ton angeschwämmt und die Böden sind tiefgründiger. DieTonpartikel funktioneren als Regulatoren des Wasser und Nährstoffhaushalts des Boden und versorgen den Chardonnay, Sauvignon Blanc und Gewürztraminer den trockenen Sommer über mit allem Nötigen.

HALLAU

Von wo das Wort Chölle kommt ist nicht geklärt. Vom Hallauer Dialektwort Chöllgeri (für Weissdorn) oder einer Vertiefung die es hier einmal gab. Für uns steht Chölle für das Geld, da es sich hier lohnt etwas mehr zu investieren. Die alten Rebstöcke wurzeln in tiefgründigen kalkhaltigen Lehmböden. Die Weine zeigen sich deshalb Körperbetonter mit mehr Fleisch am zarteren Gerbstoffgerüst. Dichte und anhaltende Frucht zeigt für uns das Hallauer Terroir.

Weiter gegen Osten liegt der Buck am Fuss der St. Moritz Kirche auf einer mächtigen Buntsandsteinplatte. Der Sandstein verwitterte hier zu sandigeren nicht allzu tiefen Böden, die besser drainiert sind und sich schneller erwärmen was der Reife zuträgt , geeignet für den Gamaret was unserem Cuvée rot die reife Frucht und dichte Farbe bringt.

Weiter gegen Hallau liegen Münderet und Bruech. die Exponation gegen Südosten macht sie zu etwas kühleren Lagen was sie in den immer öfteren heisstrockenen Sommern mit ihren gutversorgten Böden zu Garanten für frischere und fruchtbetonte Pinottypen macht.

KELTERUNG

Die Kelterung benötigt wenig Worte. Der Charakter unserer Weine bestimmen die Sorten und ihre Herkunft, im Keller setzen wir alles daran diese Eigenschaften zu akzentuieren. Gekeltert wird mittels schonender Verarbeitung und Verzicht auf synthetische oder tierische Schönungsmitten, wir beschränken uns beim Weisswein auf Bentonit, ein natürliches Tonmineral. Den Rotwein kommt die Zeit zu Gute, vor allem unsere Lagenweine verbringen ein Jahr im Barrique und ein weiteres halbes Jahr im Stahltank um sich mittels Zeit und Gravitation zu sedimentieren. So bleibt nur noch eine schonende Filtration von Nöten um die fertigen Weine in die Flasche zu bringen.

MENSCHEN

Matthias

Matthias stammt aus dem liechtensteiner Rheintal und hat sich nach dem Studium der Biochemie dem Weinbau gewidmet. Nach Wanderjahren, die von der Schweiz bis Oregon und Neuseeland dem Pinot nachgingen, hat er beim Studium in Montpellier Nuria kennen gelernt. Die beiden zogen anschliessend in Nurias Heimat, das Priorat in Katalonien. Bei Terroir al Limit in Torroja konnten sie gemeinsam Erfahrung im biodynamischen Rebbau und naturbelassenem Keltern sammeln. Die Sehnsucht nach dem Pinot Noir blieb allerdings, deshalb sind sie heute in Osterfingen zu Hause.

Annette

Als Gastgeberin mit Leib und Seele kümmert sich Annette mit Freude um all unsere Kunden und ganz besonders um diejenigen die bis zu uns aufs Weingut kommen. Bei den Anlässen das ganze Jahr über kümmert sie sich um die kulinarische Begleitung, denn unsere Weine verstehen sich durch Frische und Eleganz vor allem auch als ideale Speisebegleiter.

Adam

Aufgewachsen auf dem Bauernhof, hat Adam die Landwirtschaft im Blut und kümmert sich nun schon seit über 10 Jahren um die Reben des Weinguts. Zu Beginn noch mit dem Gründer des modernen Lindenhofs Jakob Richli hat er als Konstante den Umbau zum modernen Weingut mitgestaltet. Seit 2018 wohnt er mit seiner Frau Sylwia und Kindern ebenfalls auf dem Weingut, was den Lindenhof von der AG zum Mehrfamilienbetrieb macht